Wappen Hessen und Rheinland-Pfalz

Die Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden

Die vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) und vom Landesamt für Umwelt, Wasserwirschaft und Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) gemeinsam betriebene Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden - RUSt - wurde am 13. August 1976 von den Umweltministern der benachbarten Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen eingeweiht. Seit dieser Zeit werden dort rund um die Uhr Wasserqualitätsdaten erhoben und fortgeschrieben, sowie Schadstoffeinträge und deren Konzentrationsverläufe überwacht.

Das HLNUG und das LfU, die seit vielen Jahren kollegial zusammen arbeiten, sind mit ihrem gemeinsamen Internetauftritt eine weitere Kooperation eingegangen. Der Startschuss für das Projekt fiel am 25. Mai 2009; initiiert von den Präsidenten beider Landesämter Dr. Thomas Schmid und Dr. Stefan Hill.
Foto der Station




Aktuelles


Einladung


Tag der offenen Messstation am 13. August – 50 Jahre Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden

Zum 50-jährigen Jubiläum der Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden laden die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz herzlich ein, die Messstation an der Theodor-Heuss-Brücke zu besuchen.
Erfahren Sie, wie seit 1976 der Rhein überwacht wird, welche Herausforderungen Fließgewässer damals und heute betreffen und wie die Landesämter den Zustand der Gewässer bewerten.
Der diesjährige Weltwassertag am 22. März findet nicht wie üblich an der Rheinwasser-Untersuchungsstation statt – der Besuch am 13. August bietet dafür die Gelegenheit, Führungen zu erleben und mehr über die Arbeit der Gewässerüberwachung zu erfahren, welche Messgeräte zum Einsatz kommen und wie kontinuierliche Messungen helfen, Veränderungen der Wasserqualität frühzeitig zu erkennen.
Plakat 50 Jahre RUSt
Download PDF | © HLNUG


Info: Weltwassertag 2026

Der Weltwassertag 2026 zeigt, wie Wasser und Geschlechtergleichstellung miteinander verbunden sind. Frauen und Mädchen tragen eine größere Last, wenn der Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen erschwert ist. Sie verbringen mehr Zeit mit dem Wasserholen, was zu körperlicher Belastung, Gesundheitsrisiken und eingeschränkten Chancen führt. Oft müssen sie unsicheres Wasser nutzen, und der Weg dorthin birgt Sicherheitsrisiken, besonders in abgelegenen Gebieten.
Deshalb ist die Wasserkrise auch eine Frauenkrise. Frauen und Mädchen sollten bei Lösungen mitgestalten, um ihre Erfahrungen und Perspektiven einzubringen. Sie sollten als Führungskräfte, Ingenieurinnen, Bäuerinnen und Wissenschaftlerinnen einbezogen werden, um bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln.
Deshalb lautet das Motto der diesjährigen Kampagne:
„Wo Wasser fließt, wächst Gleichstellung“.

Weitere Informationen: www.worldwaterday.org
Plakat 1: Weltwassertag 2026, Motto: Where water flows, equality grows
© FAO/Daniel Dolidze
Plakat 2: Weltwassertag 2026, Motto: Where water flows, equality grows
© UNICEF/UN0828820/Sergio Izquierdo

50 Jahre RUSt


Seit 50 Jahren im Einsatz für den Rhein

Die Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden überwacht seit 1976 die Wasserqualität des Rheins. Die kontinuierlichen Messungen und der länderübergreifende Betrieb durch Hessen und Rheinland-Pfalz liefern wichtige Erkenntnisse über den Zustand eines der bedeutendsten Flüsse Europas.

Der Rhein im Wandel

Heute gilt der Rhein vielerorts wieder als ökologisch deutlich verbessert – ein Erfolg jahrzehntelanger Anstrengungen im Gewässerschutz. Noch in den 1960er- und 1970er-Jahren war die Situation eine andere:
Industrieeinleitungen, kommunale Abwässer und die intensive Nutzung des Flusses belasteten die Wasserqualität erheblich.
Wie verletzlich ein großes Flusssystem sein kann, zeigte auch der Chemieunfall bei Sandoz im Jahr 1986, als große Mengen gefährlicher Stoffe in den Rhein gelangten. Solche Ereignisse machten deutlich, wie wichtig eine kontinuierliche Überwachung der Wasserqualität und eine schnelle Alarmierung bei Schadstoffeinträgen sind.
Der Rhein ist zudem eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas, wird intensiv für Schifffahrt, Industrie, Trinkwassergewinnung und Freizeit genutzt. Diese vielfältigen Nutzungen stellen besondere Anforderungen an den Schutz und die Überwachung des Flusses.

Ein strategisch wichtiger Standort

Die Rheinwasser-Untersuchungsstation befindet sich bei Rheinkilometer 498,5 – nahezu in der Mitte der gesamten Fließstrecke des Rheins. Damit liefert sie wichtige Informationen über die Wasserqualität eines großen Einzugsgebietes und ermöglicht Rückschlüsse auf Belastungen, die aus den oberhalb liegenden Regionen des Flusssystems stammen.
Der Standort an der Theodor-Heuss-Brücke bietet besondere Möglichkeiten für die Gewässerüberwachung: Hier kann der Rhein über den gesamten Querschnitt beprobt werden. Gleichzeitig liegt die Messstation unmittelbar unterhalb der Mainmündung, sodass Einflüsse eines der größten Nebenflüsse des Rheins besonders genau beobachtet werden können.
Diese Kombination macht den Standort zu einem wichtigen Punkt für die Bewertung der Wasserqualität des Rheins. Neben der kontinuierlichen Überwachung wichtiger physikalischer und chemischer Parameter, greift bei auffälligen Veränderungen der Wasserqualität ein international abgestimmtes Alarmsystem. So können Behörden schnell reagieren, beispielsweise um Trinkwassergewinnungen zu schützen oder mögliche Schadstoffeinträge zu untersuchen.

50 Jahre Daten – Grundlage für den Gewässerschutz

Die seit fünf Jahrzehnten erhobenen Messdaten liefern einen wertvollen Langzeitdatensatz zur Entwicklung der Wasserqualität des Rheins. Sie ermöglichen es, Veränderungen zu erkennen, Maßnahmen zum Gewässerschutz zu bewerten und Erfolge sichtbar zu machen.
Die Wasserqualität des Rheins hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert – ein Ergebnis technischer Maßnahmen, politischer Vereinbarungen und konsequenter Überwachung.

Neue Herausforderungen für den Gewässerschutz

Auch heute bleibt die Überwachung der Fließgewässer eine wichtige Aufgabe. Neben klassischen Schadstoffen rücken zunehmend neue chemische Verbindungen und Spurenstoffe in den Fokus. Viele dieser Stoffe sind in sehr geringen Konzentrationen vorhanden, wirken aber gemeinsam als komplexes Stoffgemisch im Wasser.
Diese Verunreinigungen sind für das Auge unsichtbar und stellen die Analytik vor große Herausforderungen. Umso wichtiger sind moderne Messverfahren und eine kontinuierliche Beobachtung der Gewässer. Im Zuge des Klimawandels gewinnen zudem Hitzeperioden und Niedrigwasserphasen an Bedeutung. Gerade dann wird die kontinuierliche Überwachung der Wassertemperaturen und Sauerstoffgehalte im Rhein immer wichtiger, um ökologische Belastungen frühzeitig zu erkennen.


Daten & Fakten zur Messstation

Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden